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Mein Weg zum Yoga

Mein Weg zum Yoga war kein schnurgerader. Kaum etwas in meinem Leben nahm so viele Wenden, schon gar kein Hobby. Wobei Yoga natürlich weit mehr als ein Hobby ist. Selten war ich derart gespalten: Tut es mir nun gut oder ist das eher nichts für mich?
Letzten Endes aber zeigte sich, dass es sich manchmal auszahlt, an einer Sache dranzubleiben.

Ich hatte gerade einen krassen Schicksalsschlag zu verkraften, als eine Freundin meinte, Yoga würde uns beiden guttun. So fing es also mit einem Kurs bei einem ausgebildeten Yogalehrer an – tatsächlich äußerst empfehlenswert, wenn man Anfänger ist. Man lernt, worauf es ankommt, was es zu beachten gilt, bekommt die Grundlagen vermittelt und bildet eine solide Basis. Allerdings hat diese Variante den Nachteil, dass man jede Woche zu einem fixen Zeitpunkt am gleichen Ort erscheinen muss. Sicher, manche Menschen brauchen das, aber mich engt das ein. Neben meinem Beruf vermeide ich es, noch weiteren vorgegebenen Terminen zu folgen.

Ich habe es daher mit DVDs probiert. Das hatte sich jedoch schnell erledigt. Ich fand vieles zu hektisch, das entsprach nicht meinem Übungstempo. Außerdem raubten mir die ewig gleichen Ansagen der Yogalehrerinnen irgendwann den letzten Nerv.

Wie so oft kam mir der Zufall zu Hilfe. Ich stand im Laden an der Kasse und mein Blick fiel auf eine Frauenzeitschrift, an die ein Stapel Yoga-Übungskarten angeheftet war. Bingo! Nun konnte ich üben, wann ich wollte, solange ich wollte, in meinem Tempo und mit den Übungen, die mir entsprachen.
Bei diesen Karten blieb es natürlich nicht. Wenig später bekam ich zum Geburtstag ein richtig schönes, professionelles Set inklusive Buch geschenkt. Hier sind die Karten nach Farben und Themen sortiert. Damit verfügt man über ein perfektes Übungsprogramm, das alle wichtigen Asanas beinhaltet. Ich wechselte die Karten wöchentlich, sodass regelmäßig andere Muskelgruppen angesprochen wurden.

Irgendwann packt einen dann der Ehrgeiz. Yoga-Tutorials auf YouTube wurden populärer und ich probierte mich in immer anstrengenderen Varianten, Yoga-Flow und ähnlichem. Das grenzte bereits an Workout.
Dummerweise habe ich die Rechnung da ohne meinen Körper gemacht, denn dem passte das gar nicht. Mein Ischias meldete sich lautstark zu Wort und eine Zeitlang durfte ich überhaupt nicht mehr üben. Wie schmerzlich. Nach einigen Runden Physiotherapie wagte ich mich langsam wieder heran. Wenn etwas läuft, wird man jedoch in Windeseile wieder übermütig. Ich wollte es also noch einmal wissen – und erneut wehrte sich mein Körper.

Ich kehrte zurück zu meinen Yoga-Karten, die mir immer gute Lehrer gewesen waren und mir niemals Schmerzen beschert hatten. Dabei lernte ich, dass es nicht immer höher und weiter hinaufgehen muss, dass es aber auch nicht nötig ist, Dinge gleich komplett aufzugeben – es gibt stets einen goldenen Mittelweg. Darüber hinaus habe ich begriffen, dass Yoga keine Sportart ist, sondern eine Philosophie.

Folgt keinem Vorbild, das nicht zu euch passt; seid nicht frustriert, wenn ihr euch nicht so verbiegen könnt wie der Lehrer im Video – das ist sein Job.
Yoga ist etwas höchst Individuelles. Folgt eurem Körper, er leitet euch weise. Wie von selbst formt er sich zum besten Modell, das er sein kann. Ganz ohne Workout. Dafür mit viel Seele.

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