Darf ich mich vorstellen?

Ein Ort, der „Seelenlandeplatz“ heißt, der musste für mich bunt, fröhlich, ausschließlich positiv und hell sein. Rosarot. Zumindest, als ich diesen Blog ins Leben gerufen habe.

Nun bin ich schon einige Zeit auf diesem Planeten unterwegs und habe vor allem in den letzten Jahren erkannt, dass eine Seele so viel mehr zu bieten hat. Sie hat Ecken und Kanten, dunkle Flecken und Abgründe – und gerade diese Mischung macht sie wunderschön.
Ich habe mir die Mühe gemacht, mich besser kennenzulernen, und dabei habe ich mir einiges herausgenommen. Vor allem lege ich mich nicht mehr fest.
Außer mit meinem Herzen, das hat die Ausdauer von Iron Man. So kannte ich es davor gar nicht. Schert es sich um Konventionen, lässt es sich beirren? Wirklich nicht.

Ich habe mir vor allem herausgenommen, meine Meinung zu ändern.
Das Leben ist Wandel. Und manches darf bleiben, vor allem, was sich mit all diesen Erkenntnissen in mein Leben geschlichen hat.
Meine Vergangenheit schätze ich hoch, hat sie mich doch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin, aber ich verkläre sie nicht. Es gibt genug zu tun, zu genießen und zu lernen in der Gegenwart.

„Political Correctness“ geht mir auf die Nerven. Zeit meines Lebens hatte ich einen inneren Sensor, der genau wusste, wie man Menschen mit Respekt behandelt, dazu brauche ich keine selbsternannten Experten. Je glattgebügelter diese Welt wird, desto fremder fühle ich mich in ihr. Ich mag nicht erzogen werden von einer Herde namens „Gesellschaft“.
Ich stehe ebenso auf „Schmutz“ und Tränen, auf Wellengang und auf das, was abseits des Offensichtlichen und Sichtbaren liegt. Anmut und Würde habe ich immer zu leben versucht und selbiges auch meinen Mitmenschen zugesprochen.

Ja, das Rosa hat Flecken bekommen. Flecken, die ich begrüße, denen Kitsch und Perfektion abhandengekommen sind. Die Seele hat Überfrachtung nicht nötig, und das Zuckerwatteland kann ich immer noch in Visionen und Träumen besuchen – wann immer mir danach ist. Dann reite ich mein Einhorn.

Ach ja, vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich wahnsinnig gerne über die Liebe schreibe.
Willkommen auf dem „Seelenlandeplatz“!