Gedankensplitter

Einfach leben. Viel mehr lachen.

Ich denke, ich würde mich als einen eher ernsten Menschen bezeichnen. Insgesamt habe ich es lieber tiefgründig. Trotzdem bin ich bestimmt nicht frei von Humor. Ich kann mich richtig weghauen beim Lachen – und wenn das passiert, dann spüre ich dessen befreiende, wohltuende Wirkung.

Was ich mich daher frage, ist: Vernachlässigen wir das zu oft?

Krise hier, soziale Entfremdung da. Ja, auch Existenzängste. Thriller im Abendprogramm des eigenen Kopfkinos. Hinzu kommt der Trubel oder auch mal die Stagnation des Alltags – da passiert es schon einmal, dass man auf die Schublade vergisst, in der das unbeschwerte Lachen vor sich hin muffelt. Unsere viel beachteten inneren Kinder sitzen darin und grinsen verschmitzt, weil ihnen der Schalk im Nacken sitzt. Dieser kleine Fratz schlägt in der Früh die Augen auf und hält den neuen Tag für eine Wundertüte.

Erleben wir noch echte Geselligkeit oder hat sie längst den Charakter von sozialen Events angenommen? Nein, ich spreche nicht von Partys, wo man sich sehen lässt und gesehen wird, sondern von richtiger Nähe. Von Nähe mit Menschen, denen wir uns zugetan fühlen, mit denen wir Essen genießen, bei dem sich im Dessertabteil des Magens trotz Sättigung noch ein Plätzchen für Süßes findet.
Die Momente sind unbezahlbar, in denen uns jemand aus dem Gedankenkarussell reißt, Witze macht und einfach albern ist, bis man im Glücksrausch landet und das Lachen sich im Kreis dreht, einmal um die Ohren herum. Noch schöner, wenn der Witz flach, schamlos oder einfach nur absurd sein darf – man neckt sich und jeder hält das aus.

Wir müssen nicht gleich den wilden Bock herauslassen. Wenn sich vorerst nur das kleine Zicklein austoben will, auch gut. Wie wir wissen, müssen Tiere frei laufen können, um sich gut zu fühlen. Dazu gehört auch der innere Schweinehund, den wir andauernd mit unserem schlechten Gewissen traktieren. Soll er doch hemmungslos faulenzen! Irgendwann tut ihm bestimmt der Rücken weh, dann steht er von allein auf.

Also los, lesen wir Schundromane, schauen Telenovelas und sind auch einmal anspruchslos. Lassen wir uns von einer Prise Kitsch berieseln und hoffen, dass der Regenschirm klemmt. Parken wir das Gehirn im Liegestuhl und lassen ihm die Sonne auf die Synapsen scheinen. Die fangen sich schon wieder, keine Angst. Auf Dauer wäre es ja auch langweilig, ohne dass sie uns etwas von Vernunft und Pflicht ins Ohr flüstern.

Ich versuche, dem heutigen Tag unbeschwert entgegenzublicken. Mit einem Eimer voller Vorfreude.

2 Kommentare zu „Einfach leben. Viel mehr lachen.

  1. Liebe Heidi,

    du sprichst mir mal wieder aus der Seele😊. Auch ich bin eher der tiefgründige Mensch, aber tiefgründig zu sein bedeutet ja nicht automatisch frei von Humor 😊Dennoch finde ich es erschreckend, dass Kinder bis zu 400 Mal am Tag lachen, Erwachsene dagegen im Schnitt nur 15 Mal. Natürlich liegt das auch daran, dass das Leben eines Erwachsenen sicherlich mit mehr Verantwortung einhergeht, Routine und Alltag sich einstellen und man als Erwachsener sicherlich nicht ganz so unbeschwert die Tage genießen kann, wie es Kinder tun. Hinzukommt, dass Kinder sich selten die Frage stellen: Was sollen die anderen denken? Kinder machen einfach. Dafür habe ich tatsächlich ein Beispiel von gestern. Meine Frau und ich waren in der Stadt und dort war eine Gruppe von Frauen, die zu Musik in ihren Hula Hoop Reifen getanzt haben. Ich habe einfach mitgemacht- ohne Reifen 😉 und mich mit bewegt und geklatscht zur Musik. Ich habe meinem inneren Kind erlaubt sich zu zeigen und Spaß zu haben. Das gab zwar ein paar komische Blicke von Erwachsenen, aber es war mir egal. Ich hatte Spaß und die Trainerin der Hula Hopp- Gruppe hat sich anschließend bei mir bedankt, das ich mitgefeiert habe. 😊Kinder machen einfach automatisch mit, während die Erwachsenen vermutlich denken: Ich würde ja gerne, aber… Und dieses Aber hindert viele Menschen vermutlich daran, ihrem inneren Kind Spaß zu erlauben.

    Und was den Schweinehund angeht- der bekommt vielleicht mal Rückenschmerzen, aber das allein reicht vermutlich nicht aus, um den Zauber des „Kind- seins“ mal wieder zu spüren und zu leben.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag

    Anja

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    1. Liebe Anja, es ist einfach erfrischend, dir zuzulesen! Da hat man die Szene mit dem Hulareifen bildlich vor Augen. Einfach nach dem Motto: Viel mehr von dem, was glücklich (und Spaß) macht! 🙂
      Einen schönen Start in die Woche wünsche ich dir!

      Gefällt 1 Person

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