Beauty&Wellness · Gedankensplitter

Capsule Wardrobe – Teil 2: Der Weg dahin

Der Plan stand also fest. Nun ging es an die Umsetzung – und hier kommt das Tutorial ins Spiel.

Ich nahm Stift und Papier zur Hand und tat, was mir aufgetragen wurde. Ich ging in mich und versuchte, sämtliche Fragen und Aufgaben zu beantworten bzw. zu erfüllen.

Der Anfang gestaltete sich relativ einfach: Ich sollte mir unter all den Farben, die im Modeuniversum existieren, meine sechs Lieblinge aussuchen. Mehr hat man angeblich gar nicht. Mein Schrank schien da zwar anderer Meinung zu sein, aber ich stellte mich der Herausforderung. Und siehe da: Die sechs Lieblinge meiner „inneren“ Farbpalette purzelten aus mir heraus und standen fest. Kein Zweifel konnte dem etwas anhaben. (Als ich später meine Pinterest-Moodboards ansah, stellte ich fest, dass nahezu alle Pins von diesen Farben geprägt waren – Überraschung!)

Ab jetzt wurde es psychologisch. Ich wähnte mich bei einem Coaching – und vermutlich war es das auch. Es galt, folgende Fragen zu reflektieren und authentisch zu beantworten.

1) Wer bist du und was möchtest du durch deine Kleidung ausdrücken? An dem, was du trägst, wird man dich erkennen, es deinen Stil nennen. Nicht umsonst tragen Mitglieder von Vereinen oder bestimmten Gruppen ihre eigene Uniform. Klamotten sind ein Statement. Aber sei ehrlich zu dir selbst und verkleide dich nicht, weil du dich gern in dieser oder jener Rolle sehen möchtest, ohne sie jedoch auszufüllen.

2) Als Nächstes definiere deinen Stil. Magst du es klassisch, elegant, sportlich oder bunt-flippig? Bist du verspielt und romantisch oder magst du cleane Schnitte, Understatement, das sich durch Mode ausdrückt? Liebst du eine bestimmte Musik- oder Kunstrichtung und willst dieser deine Bewunderung zollen? Auch das ist möglich – Kleidung kann Kunst zum Ausdruck bringen.

3) Wenn du gar keine Inspiration oder Visionen hast, dann schau dich bei Filmen oder Musikvideos um. Nimm dir die Lookbooks von Modehäusern vor. Stöbere auf Styleblogs. Ich bin sicher, dass jemand dabei sein wird, der etwas in dir zum Schwingen bringt, worin du dich wiedererkennen kannst. Das kann die Sache vereinfachen.

4) Ein entscheidender Punkt ist, was für ein Leben du führst, wie dein Alltag aussieht. Bist du ein Naturmensch, der sich vorwiegend draußen aufhält, wirst du wohl kaum massenhaft Abendkleidung zum Ausgehen horten müssen. Hast du es lieber gemütlich auf der Couch, kennst dich und weißt, dass du deine Freizeit lieber beim Streamen oder mit Videospielen verbringst, wird das komplette Sportoutfit wahrscheinlich ein trauriges Dasein in deiner Kommode fristen. Ich glaube, du weißt, worauf ich hinauswill. Kaufe keine Kleidung für Anlässe oder Ereignisse, die – außer in deinem Kopf – kaum bis nie stattfinden. Erfahrungsgemäß hat jeder (außer Kevin) für den Fall der Ausnahme ein passendes Teil hängen.

Ich muss sagen, am Ende dieser Übungen kannte ich mich ein Stück weit besser. Ich durchschaute die Fallen, in die ich getappt war. Ich verstand, wie oft ich Rollen gespielt hatte, Sachen getragen, die mir gar nicht entsprachen. Vor meinem inneren Auge hatte ich mich immer wieder im passenden Outfit auf Veranstaltungen gesehen, auf denen ich bis heute noch nicht war.

Ich mochte, was letztlich übrigblieb: Die zu mir passenden Kleidungsstücke und insbesondere ich selbst – mit allem, was ich bin und was mir entspricht. Und im besten Fall hübsch verpackt. 🙂

Ein Kommentar zu „Capsule Wardrobe – Teil 2: Der Weg dahin

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