Man sagt HSP nach, dass sie eine hohe Affinität für Kunst jeglicher Art hegen.
Ob Musik, Malerei, Theater oder Film – ich kann darin aufgehen.
In einer Umfrage gab ein hoher Prozentsatz unter HSP die Kunst und Kultur als eine Ressourcenquelle an. Ich denke, das liegt auch daran, weil es ein bewusstes Konsumieren von Reizen ist. Da sind Ort, Zeit und der Rahmen vorgegeben – das gibt Sicherheit im Erleben intensiver Augenblicke.
Lauscht einmal in Begleitung einer HSP einem Konzert, dann wisst ihr um den Unterschied. 🙂
Während andere den Saal verlassen, ein „Ja, war wirklich gut“ murmeln und sich dann bereits wieder anderen Dingen zuwenden, ist die HSP in eine andere Welt abgetaucht, fühlt, schmeckt und hört die Musik noch lange in sich nachhallen, manchmal bis zum nächsten Tag. Es war nicht nur einfach gut. Ein wirklich beeindruckendes Kunsterlebnis kann sich lebensverändernd anfühlen. Die Eindrücke wandern tief ins Bewusstsein und darüber hinaus – es wäre nicht übertrieben, hier von einem ekstatischen Erleben zu sprechen.
Mit dem Menschen, der das mit ihr teilt, verbindet sie ein ewiges Erlebnis. Es schweißt zusammen, die HSP erlebt sich als eine Einheit mit ihm, untrennbar verbunden.
Manchmal erhielt ich das Feedback von Freunden, ohne mich hätten sie einfach nur ein „Stück“ gesehen. Mein Abdriften in die Welt der Musik oder der Kunst, welches anscheinend ansteckend wirkt, hätte es dann aber zu einem echten „Erlebnis“ gemacht. Das fand ich schön, aber auch interessant. Bis dahin war ich nämlich der Meinung, dass jeder das wie ich erleben würde.
Ich habe mich immer gewundert über Menschen, die während einer Darbietung an der Bar stehen und sich lautstark unterhalten. Abgesehen davon, dass ich es als eine Respektlosigkeit gegenüber der Künstler empfinde, stört deren Lärm das Geschehen auf der Bühne.
Viele Menschen lassen sich von Musik auch nur berieseln. Das ist mir nicht möglich, denn wenn, dann höre ich sie bewusst. Ist sie nur ein Hintergrundgeräusch, kann sie sich für mich zum Störreiz ausweiten. Da Musik Stimmungen verstärkt, kann ich mit ihrer Hilfe mein Gefühlsleben sehr genau lenken. Sie ist für mich wahrscheinlich die verlässlichste Quelle, um mein Innenleben zu beeinflussen.
Kunst, die verstören will, die ganz bewusst mit dem Element des Hässlichen, Abstoßenden spielt, kann eine HSP nachhaltig verstören. Es mag vorkommen, dass die HSP das bewusst sucht, aber das stellt die berühmte Ausnahme dar. Vieles ist natürlich auch Geschmackssache.
Ich bin nach so tief anregenden Erlebnissen gerne mit mir alleine oder mit einer einzigen Person zusammen, mit der ich das nachhallen lassen kann, gerne auch schweigend. Die, die sich ebenso liebend gerne vor einem nachfolgenden Essen oder dem Besuch einer Bar in größerer Runde drückt. Oder sich bereits vorher einen Plan mit mir überlegt, ab wann es höflich ist, abzuhauen. 😉
Zu viel, zu groß, zu fantastisch, das eben Erlebte, als dass es gleich von banalen Geräuschkulissen zunichtegemacht werden darf.
Wie oft spricht man von der „brotlosen“ Kunst, dass sie kein echter Beruf ist, manche hinterfragen sogar ihre Berechtigung.
Ohne Kunst wäre die Welt ein doch eher armseliger Ort. Nüchtern, karg, auf eine unangenehme Weise still.
Ich glaube, dass Kunst die Verbindung zu unserer Seele, unserem persönlichen Himmel ist. Denn da sind wir Schöpfer.

„Die Menschen haben die Kunst erschaffen, um nicht an der Realität zu Grunde zu gehen.“
Oscar Wilde
Unter diesem Aspekt glaube ich durchaus, dass die besonders sensiblen Menschen oft auch besonders kunstaffin sind.
Ich zähle ebenfalls zu denen, die sich von guter Kunst gerne in andere Spähren beamen lassen und manchmal nur schwer von dort zurückkommen.
Macht mich das zu einem besonders sensiblen Menschen?
Ich weiß es nicht. Zu den HSP zähle ich jedoch auch nicht. 😉
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Sensibel ist jeder Mensch. Nur manche haben anscheinend zweimal „HIER!“gerufen! 🙂
Tolles Zitat, das du uns hier schenkst, und so wahr: schon in Urzeiten haben sich die Menschen so Inseln vom Alltag geschaffen!
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Meine Lieder klangen immer am schönsten wenn alle mit Ruhe gelauscht haben. Da ist man mit dem Zuhörer irgendwie verbundener und kann die Musik mit viel Gefühl weitergeben.
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was ich bestätigen kann!
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Ohne Kunst wäre das Leben ohne Sinn. Es hätte keine Bedeutung, es wäre lediglich Tatsache.
Meine Art der Kunstwahrnehmung ist eine vollkomen verinnerlichte. Ich wurde einmal gefragt, ob es mir nicht gefallen habe, weil ich still und reglos geblieben sei.
Dabei hat die Explosion in mir stattgefunden, bin ich aus aller Körperlichkeit in meine Seele versunken.
Wenn ich so empfinde, bin ich dann „von Euch“, oder bin ich „Durchschnitt“? Oder gehöre ich zu den Vielen, die nicht verstehen?
LG Michael
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Trennung sollten wir generell vermeiden. Ich denke, wer innerlich explodiert, hat so ziemlich alles verstanden. Die richtig großen Dinge passieren im Stillen, wo viel Geschrei ist, ist oft nur Luft dahinter.
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Dankeschön für diese Darstellung von uns Menschen, die wir anders empfinden als der Durchschnitt. Darf ich mich so zeigen? Wieso verstehen viele Menschen das nicht?
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Wir sollten uns auf jeden Fall so zeigen! Das SIND wir, SO sind wir, und so sind wir völlig in Ordnung.
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Absolut. 🤗
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In unserer Gesellschaft bedeutet leider, dass Gefühle zeigen eine Schwäche ist😢. Wir sind dabei die Starken!
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Sich verletzlich zu zeigen, kann kein Zeichen von Schwäche sein, ganz im Gegenteil. Wie viele der vermeintlich „Starken“ haben auch ein verwundetes inneres Kind?
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Danke fürs Verlinken!
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100%.
Ein eintägiger Nachhall ist da noch wenig, und ein Konzertbesuch mit mir immer peinlich (wieso heult der jedesmal?).
Herzliche Grüße!
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Ich habe mal ein Musical 2 Stunden durchgeheult. 😉 Noch Fragen?
Ganz liebe Grüße zurück.
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