Die Sängerin Sia erinnert auf den ersten Blick wahrscheinlich an eine exzentrische Kunstfigur mit einer ausdrucksstarken Stimme, die sich hinter Perücken und voluminöser Kleidung verbirgt.
Mein Schlüsselerlebnis mit ihr als Sängerin war, als ich eines ihrer Lieder in einem Werbespot für ein Parfum hörte. Diese Stimme, die Emotion des Songs, die Kraft, die davon ausging, riss mich mit. Danach habe ich ein wenig recherchiert und musste feststellen, dass sie eine recht interessante Person ist.
Die im Jahr 1975 in Australien geborene Sängerin heißt mit vollem Namen Sia Kate Isobelle Furler. Begonnen hat sie ihre musikalische Laufbahn in einer Acid-Jazz-Band. Trotz damals schon guter Kritiken blieben kommerzielle Erfolge aus. Sia wanderte nach Großbritannien aus, wo sie einen Vertrag bei Sony Music unterschrieb. Stilistisch war sie vorerst im Blues und Jazz angesiedelt.
Nebenbei war sie immer als Songwriterin tätig, steuerte Musik zu vielen Soundtracks bei. Das kann ich persönlich nachvollziehen, denn Sias Stimme ist „dramatisch“. Ihre Klangfarbe transportiert große Gefühle, Kraft und Energie. Zu hören etwa in der „Twilight“-Reihe, „Die Tribute von Panem“, „Lion“ , „Fifty Shades Darker“, „Wonder Woman“, „Zwischen zwei Leben“ uvm.
Was viele nicht wissen, ist, dass sie auch Lieder für andere Künstlerinnen schreibt, unter anderem für Shakira, Rihanna, Christina Aguilera, Britney Spears, Celine Dion usw. Den Song „Diamonds“, den Rihanna gesungen hat, hat Sia – so sagt man – in nur 14 Minuten komponiert. Er hat in vielen Ländern die Spitze der Charts erreicht. „Cheap Thrills“ feat. Sean Paul wurde elf Millionen mal verkauft und war Nummer eins in zwanzig Ländern. Ihr siebtes Studioalbum „This is acting“, das die Hitsingle „Unstoppable“ enthält (mein persönliches Lieblingslied von ihr), wurde für den Grammy nominiert und mit dem Echo ausgezeichnet.
Sie sang als Gastsängerin mit Eminem, Flo Rida; die größten Erfolge feierte sie gemeinsam mit dem Star DJ David Guetta, wie auch ihr letzter Streich mit ihm zeigt: „Let´s love“ (2020). Auch bei Sportveranstaltungen bedient man sich ihrer kraftvollen Kompositionen, wie zum Beispiel „Clap your hands“, das zur Fußball-WM 2010 eingespielt wurde, wie auch der 2014 von ihr geschriebene WM-Song „We are one“, interpretiert von Jennifer Lopez und Pit Bull.
Sia fällt auch durch Extravaganzen auf: 2014 trat sie erstmals mit dem Rücken zum Publikum auf. In weiterer Folge verbarg sie sich hinter ihren opulenten Kostümen und Perücken. Auch in ihren Musikvideos zeigte sie sich nicht selbst. Bekanntheit erreichte sie mit den Clips, in denen die Nachwuchstänzerin Maddie Ziegler tanzte, der Song „Chandelier“ wurde auf YouTube zwei Milliarden Mal angeklickt.
Vor einigen Wochen trat eine junge Sängerin an die Öffentlichkeit und zeigte einen berühmten Hollywoodschauspieler an, der ihr seelisch grausam zugesetzt hatte. Nun hätte es passieren können, dass eine Gesellschaft, die schnell von Themen übersättigt ist, mit einem gelangweilten „schon wieder eine?“ reagiert. Ausgerechnet Sia, der ihre Privatsphäre heilig ist, sprang ihr zur Seite, veröffentliche eine Nachricht auf Instagram, wo sie der jungen Frau Mut zusprach, weil sie mit dem Mann vor Jahren ebenso liiert war und die gleichen Erfahrungen machte. Der Schauspieler hat sich mittlerweile öffentlich entschuldigt und steht zu seinem Verhalten.
Sia ist eine faszinierende Frau. Aber hört sie euch einfach selbst an, ihre Stimme drückt alles aus, was an Kunst in ihr steckt.
Quellen: Wikipedia, Foto: https://www.green-friday.de/freitagskind-der-woche-sia-furler/
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Der Song „Chandelier“ ist Kunst für Augen und Ohren.
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