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„Krafttraining“ Qigong?

Krafttraining macht in jedem Alter Sinn – sind unsere Muskeln doch das innere „Korsett“, das unserem Skelett Halt gibt. Je älter man wird, desto mehr sollte diese Tatsache ins Bewusstsein rücken, um dem Abbau der Muskelmasse vorzubeugen.

Viele werden vermutlich an das Training im Fitnesscenter denken, an Hanteln oder sonstige Utensilien, wo man gegen Widerstand übt.
Andere bevorzugen das rein statische Training, die sogenannte Isometrie, bei dem man mit reiner Anspannung ohne Gelenkbewegung arbeitet.
Dynamisches Krafttraining kommt ganz ohne Hilfsmittel aus und bedient sich einzig der eigenen Körperhebel. Hier sind unter anderem die guten, alten Kniebeugen zu erwähnen, die man heutzutage als „Squads“ kennt.
Was davon man in seinen täglichen Trainingsplan einbauen will, bleibt Geschmackssache.

Hat jemand von euch dabei aber schon mal an Qigong gedacht?
Ich gestehe, ich auch nicht – obgleich ich es schon jahrelang praktiziere. Manchmal setzt man die Dinge nicht sofort zusammen.

Im letzten halben Jahr ließ ich mir aufgrund von länger anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken diverse Übungsprogramme zeigen, bzw. schrieb sie mir selbst. Das reichte von der klassischen Physiotherapie über Pilates hin zu den bewährten Kräftigungsübungen aus dem statischen und dynamischen Training: eine gewisse Anzahl an Sätzen, moderater Widerstand und mit dem Fokus auf Ausdauer.

Es gab nur ein Problem: Mir war so schrecklich langweilig dabei.
Ich absolvierte das Training, weil mein Gewissen mich dazu trieb. Diese aneinandergereihten Übungen, ein Theraband, das sich andauernd verheddert, zu schwere Hanteln – all das war meiner Motivation nicht zuträglich. Vielleicht sollte ich dazu erklären, dass ich früher eine begeisterte Tänzerin war, die zum Training auch extra nach Wien fuhr.

Da wurde mir klar, warum ich Qigong liebe – es erinnerte mich in seinen fließenden Bewegungen an das Tanzen. Es ist anmutig und stark, sanft und doch herausfordernd.
Ich brach in einem Akt der Rebellion aus dem klassischen Training aus und rollte meine Yogamatte aus. Bereits nach der ersten Qigong-Einheit bemerkte ich den Muskelkater am nächsten Tag.
Muskelkater? Das konnte doch nur eines bedeuten …!

Beim nächsten Üben analysierte ich knallhart physiotherapeutisch, und da fanden sich Kniebeugen, die gehaltene, tiefe Hocke, Ausfallschritte, Balanceübungen, Drehbewegungen, Dauereinsatz der Arme, Zehenstand und noch vieles mehr. Und das zum Teil zu mehr als 30 Wiederholungen, nicht 15, weil man eine Übung relativ lange ausführt.
Aber hier zählt man nicht zwingend, weil man mit der Zeit das Gefühl dafür kriegt. Da reiht sich nicht eins an das andere, sondern fließt ineinander. Keine Langeweile, sondern meditatives Eintauchen in seinen Körper.
Meine Begeisterung kannte keine Grenzen, und heute gehe ich mit Freude auf meine Matte. Mache mein asiatisches „Krafttraining“ – ohne mich dafür groß motivieren zu müssen.

Und dazwischen springe ich auf meinem Trampolin. Weil’s Spaß macht.

4 Kommentare zu „„Krafttraining“ Qigong?

  1. Selbst halte ich es ähnlich. Jeden Morgen eine halbe Stunde, ein Mix aus Qi Gong, Yoga, HWS-Gymnastik, Eigenkörperübungen, statisch und dynamisch. Bei „Threads“ folge ich so einem Mönch, der hat mir schon viele gute Impulse gegeben.

    Mit fast 63 geht es nicht mehr ohne, so viel steht fest.

    L.G., Reiner

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  2. Liebe Heidi,
    mit Qigong habe ich mich noch nicht beschäftigt, obwohl ich eigentlich viel Sport mache. So, wie Du es beschreibst, könnte es auch zu mir passen. Denn ich liebe das Tanzen über alles. Einen Versuch ist es wert, danke für die Anregung und liebe Grüße, Erika

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