Beauty&Wellness

Ich bin ein Herbstmädchen

Vor einigen Jahren schrieb ich einen Beitrag darüber, dass ich eine Winterfrau bin. Es ging um den zu mir passenden Farbtyp im Sinne eines Palettensystems, das man in die vier Jahreszeiten unterteilt hat.

Aber was macht eine Winterfrau aus? Welche Farben sind es, die gut zu einer solchen passen? Es sind die kühlen, kräftigen und strahlenden Farben, die auch Schneewittchen gut stehen. Doch obwohl meine Haut eher blass ist, bin ich von dieser äußeren Erscheinung weit entfernt.
Zufrieden war ich trotzdem; zumindest war damit ausgeschieden, was mir tatsächlich gar nicht stand – helle Farben, Pastelltöne, alles, was man sich unter einem klassischen Frühlingstyp vorstellt. Mir wurden Silber statt Gold sowie aschige Haarfarben empfohlen, ansonsten dürfte es ordentlich knallen.

Mit der Zeit, als ich es geschafft hatte, jedes rote Pigment aus meinen Haaren zu verbannen und mich an den genannten Vorgaben zu orientieren, machten sich gewisse Zweifel breit. Irgendwie sah ich latent fahl aus, als hätte ich mich gerade von einer Grippe erholt. Meine Haare wirkten zusehends langweilig auf mich und ich gab Unsummen für Kosmetikartikel aus, die das beheben sollten. Das taten sie aber nicht. Vielmehr waren sie bloß verschwendetes Geld.
Mit einer fast wehmütigen Sehnsucht schielte ich zu den warmen Farbpaletten, erschienen diese doch so einfach dagegen – fast, als müsste ich mich erst bemühen, zur Winterfrau zu werden.
Das entsprach nicht dem, was ich darüber gehört hatte, nämlich dass die ureigene Farbharmonie, die jedem Menschen innewohnt, mit den passenden Farben geradezu erstrahlt. Wo war dieser Glanz?

Da ich mich bekanntlich für Mode interessiere, wurde mir vor Kurzem schließlich ein interessanter YouTube-Kanal in die Timeline gespült. Hier ging es genau darum, seinen eigenen Farbtypus zu erkennen und sein natürliches Aussehen damit zu unterstreichen. Ohne Schminke, Extrabeleuchtung und sonstiges Brimborium stellte ich mich also einer neuen Analyse. Langer Rede kurzer Sinn: Ich erlebte die Überraschung des noch jungen Jahres – ich bin ein klassisches Herbstmädchen, geboren mit braunen Augen und kastanienbraunem Haar, dem vor allem warme, dunkle und gedeckte Farben stehen. Das war eine Offenbarung. Plötzlich fiel alles an seinen richtigen Platz.

Warum erzähle ich wortreich von einem vermeintlich banalen Thema aus der Modeszene?
Vor allem, weil mir diese Themen wahnsinnig viel Spaß machen und ich es liebe, davon zu erzählen. 😉
Aber auch, weil ich durch diese Erkenntnisse keine Fehlkäufe mehr mache, keinem Stil hinterherlaufe, der mir ohnehin nicht steht, und somit meinen Kasten nicht wieder überfülle.
Schon vor einiger Zeiten habe ich sämtliche Kosmetika aus meinem Bad verbannt, die völlig unrealistische Versprechen geben. Spätestens jetzt brauche ich sie absolut nicht mehr, denn meine Farben ersetzen jedes Make-up. Zudem ist Schluss mit Haarexperimenten, die nicht zu mir passen.
All das schont das Portemonnaie. Und auch die Umwelt wird es freuen, wenn man nicht jedes Jahr erneut unpassende Kleidungsstücke entsorgt. Ganz zu schweigen von den Inhaltsstoffen diverser Hautpflegeprodukte – ob natürlich oder chemisch –, die nicht länger ins Grundwasser gespült werden.

Anfangs war ich skeptisch: Erscheinen die Herbstfarben nicht ein wenig konservativ oder gar altbacken? Da knallt nämlich gar nichts.
Aber dann ersetzte ich „gediegen“ durch „elegant“, las, dass Keira Knightley, Natalie Portman, Julia Roberts und Angelina Jolie Herbstfrauen sind, und dachte bei mir, dass man es mit dem eigenen Typus durchaus schlechter treffen kann! 😉

12 Kommentare zu „Ich bin ein Herbstmädchen

  1. Liebe Heidi, bitte entschuldige die Verwechslung des Namens. Aber du hast Recht, es gibt ein Überangebot in den Geschäften an schwarz und grau – ist wahrscheinlich einfacher und billiger für die Bekleidungsindustrie. Man muss schon nach Herbstfarben suchen! Viele Grüße, Erika Magdalena

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  2. Liebe Heike,
    schön, dass Du selbst herausgefunden hast, welche Farben Dir stehen. Denn nur dann kann man sich in seiner Kleidung richtig wohlfühlen.
    Auch ich bin ein Herbsttyp und es spart viel Zeit. Einmal beim Kombinieren, denn es passt einfach alles zusammen. Dann natürlich beim Einkaufen – denn die Ständer mit all den schwarzen und grauen Kleidungsstücken kann ich einfach ignorieren und mich nur auf „meine“ Farben konzentrieren.
    Einen schönen Tag und liebe Grüße
    Erika Magdalena

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    1. Das stimmt, in den Geschäften, die rappelvoll sind mit Kleidung, hat man seine eigenen Farben sofort im Blick – spart Geld und Zeit! Ich habe allerdings festgestellt, dass die Herbstfarben ein wenig unterrepräsentiert sind, der Winter war leichter zu beschaffen! 😅
      Auch dir einen wunderbaren Tag!
      Heidi

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  3. Liebe Heike,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich der Stil im Laufe der Jahre immer wieder mal ändert. Wenn ich so überlege, habe ich schon so einige Farbphasen durch. Von rot zu blau, zu grün zu lila. Mein Stil war eigentlich immer schon der, mit dem ich mich wohl fühle. Was andere dazu meinten, war mir immer egal. Und Mode und Trendfarbe ändern sich ständig. Um so wichtiger, seinen eigenem Geschmack zu folgen. Schön ist, was dazu beiträgt, dich wohlzufühlen. Passend ist, was dich abrundet, wenn du in den Spiegel schaust und nicht was andere für trendy halten. Von daher freue ich mich, dass du deine Farben, die du ja schon immer mochtest, gefunden hast.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.‘
    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Ich denke, es ist völlig normal, dass man sich ausprobiert. Man lernt sich im Laufe der Jahre immer besser kennen – umso schöner finde ich das Gefühl des Angekommenseins.
      Alles Liebe für dich, Heidi (nicht Heike 😉)

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      1. Liebe Heidi,

        wie unaufmerksam von mir. Da lese ich Wort für Wort deinen Beitrag und schreibe den falschen Namen. Das tut mir leid und war keine böse Absicht. In den letzten Tagen spielte eine Heike eine wichtige Rolle, weshalb es wohl zu dieser Namensverwechslung kam.

        Liebe Grüße, Claudia

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