Gedankensplitter

Wetterberichte

Sollte euch der folgende Beitrag bekannt vorkommen – gut beobachtet, er ist bereits vier Jahre alt. Ich wollte ihm, nach einem kleinen Feinschliff, noch einmal eine Bühne geben, weil es gerade gut passt. Ein paar wärmende Bilder können in diesen Zeiten nicht schaden.

Schneechaos zu Frühlingsbeginn, Stürme, die die Innenwelt fast nach außen drehen. Alle sind aufgebracht, irritiert, böse auf Petrus, Frau Holle oder einfach nur den Wettermoderator.

Eigentlich selbst auch ein recht zart besaitetes Pflänzchen, bin ich jedoch die Ruhe selbst. Ich habe versucht, mich über das Wetter zu empören, es ganz schrecklich zu finden, aber es wollte einfach nicht gelingen. Zu schön dafür das Wetter in mir drin. Ich will anstatt zur Regenjacke einfach zur Federboa greifen. Dazu die Sängerin, die mit zarter Stimme ein französisches Chanson haucht, sehe ich mich an der Seine entlangspazieren, meine Hand in der Hand eines ganz besonderen Menschen.

Also wie war das noch einmal mit dem unfreundlichen Wetter? Keine Chance, mich darüber aufzuregen. Tagträume, Inner Smile, mein Auto wird zur Raumkapsel, die alle Geräusche und Bewegungen von außen ausblendet und mich auf jenen Stern katapultiert, den normalerweise der kleine Prinz bewohnt. Ich kann die Rose sehen, den Fuchs, und denke bei mir, wie schön es doch ist, sich einen Menschen vertraut zu machen und sich für dessen Glück verantwortlich zu fühlen.

Es schneit, mitten im Frühling. Welch eine Metapher. Die Natur ist poetisch. Wie blind wir dafür manchmal sind.

Das Buch „Anna schreibt an Mister Gott“ (bezaubernd!) kam mir in den Sinn, in welchem die Kleine sinngemäß die Frage stellt, weshalb Menschen (allen voran jene, deren Existenz keineswegs davon abhängig ist) so sehr auf das Wettergeschehen fokussiert sind. Und dann auch noch auf das äußere, obwohl sich das wesentlich wichtigere doch in einem selbst abspielt. Wunderbare Anna, du bist meine Heldin.

Nicht hadern. Einigeln in den eigenen vier Wänden und dankbar sein, wenn das Heim warm ist – und das Herz mit dazu.

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