Die Welt trägt Mundschutz

Eigentlich nahm ich mir fest vor, meinen Blog „keimfrei“ zu halten. Aber ich kann mich eines gewissen Respekts für Corona, lasst es mich ganz amikal beim Namen nennen, nicht erwehren.

Wer sich auf meinen „Gedankensplittern“ tummelt, hat vielleicht meinen Eintrag über Viren, den ich „Masters of the Universe“ nannte, gelesen. Darin schrieb ich über die Macht, die Viren über uns haben und wie wenig wir über sie. Dass sie uns eine gewisse Demut lehren. Dies schrieb ich während der letzten Grippewelle im Vorjahr.

Corona machts vor, wies geht. Überlegt mal, hat ein Staatsmann, ein/e Aktivist/in die Welt je derart im Griff gehabt, sodass alle kuschen? Sich vielleicht sogar Gedanken machen?
Ich wollte den Eintrag erst „Was haben Greta Thunberg und Corona gemeinsam?“ nennen. Greta bekam jede Menge mediale Aufmerksamkeit, wurde gehört, hat Massen bewegt. Aber hat sich wirklich großmächtig was geändert bislang? Irgendwann war ihr Gesicht vertrauter Teil der Medienlandschaft, ach die Greta, wo ist sie denn heute wieder? Schade, denn ihre Botschaft sollte lauter nachhallen. Aber so sind sie, die Menschen. Solange sie nicht persönlich bedroht werden und es ihnen an den Kragen geht, bleibt es bei einer kurzn gedanklichen Randnotiz, der man wohlwollend zunickt. Brave Greta! Und dann wird weiter Kreuzfahrtschiffchen gefahren, langstreckengeflogen, die Umwelt vermüllt und fröhlich mit Grippesymptomen unter Leute gegangen. Man schüttelt höflich Hände, ohne einen Gedanken zu verschwenden, dass man vielleicht epidemisch rüberkommt. Man erscheint krank zur Arbeit, im Kindergarten/Supermarkt/Theater/medizinische Einrichtungen – wer wird denn auf seine Massage verzichten wegen des bisschen Hustens? Ob Therapeut/in und/oder andere Patienten mit ins Krankenboot kommen – wen kümmerts? Der Mensch ist sich selbst am nächsten.

Auftritt Corona.

Man sollte applaudieren. Wie das winzige Ding die Erde grad im Griff hat. Auf einmal ist auch unser Institut wie leergefegt von Patienten mit laufender Nase. Keiner schüttelt mehr Hände, der Hygieneanspruch ist drastisch angestiegen. Desinfektionsmittel als Bestseller, mehr noch als Tickets fürs vorerst (wiedermal) letzte Konzert der Rolling Stones. Auf einmal sind Kreuzfahrten und exotische Urlaubsdestinationen nicht mehr der große Traum des Jahres. Menschen, die sich ernsthaft wieder Gedanken über den Ernstfall machen und wie sie zurechtkämen, würden auf einmal die Lebensmittel knapp werden – ich glaube, das kann nichts schaden. Aber natürlich hat Corona nicht den Erfolg, weil plötzlich alle erwacht sind und reflektiert, sondern weil sie ANGST haben. Mit nichts lassen sich Menschen leichter manipulieren oder kommen in die Gänge als mit ANGST. Um sich selbst, versteht sich. Aber immerhin, wir wollen nicht undankbar sein.

Wenn man sich nicht von der allgemeinen Hysterie anstecken lässt, denn NOCH gibt es zigmal mehr Influenzaopfer, dann kann man das aktuelle Geschehen sehr interessiert und neugierig beobachten. Ein globaler Erfolg, von dem Stars und Politiker nur träumen können.

Ich sag ja immer, nicht soviel Geschrei, das meiste reguliert sich von selbst. Dass das ganze Reise- und Konsumverhalten, die Egotrips und Gier der Menschen einen Plafond erreicht hat, darüber müssen wir nicht reden. Dass eine Lösung her muss, auch nicht. Nur sollten wir nie vergessen, dass wir uns nicht für so groß halten sollten, dass WIR den Planeten auslöschen können, sondern es, WENN, dann umgekehrt sein wird. Die Erde ist von uns nicht abhängig, wir von ihr sehr wohl. Und die Natur scheint sichs zu richten. Ganz alleine. Das kann sie nämlich.

Die Fledermaus ist der Wirt von Corona. Der selbst geht das ja an den Flügeln und Vampirzähnen vorbei. Uns kann ein Tiervirus jedoch richtig viel Ärger machen. Wir sollten die Natur halt niemals unterschätzen und ihr Hilfslosigkeit und Ausgeliefertsein an uns ach so mächtige Menschen unterstellen. So schnell schauen wir nicht, hat uns ein winziger Mikroorganismus Beine gemacht.

Angeblich soll Corona wunderschön sein unter dem Mikroskop. Aber wie sooft im Leben, die schönsten Dinge sind meist nicht ungefährlich…

Fotoquelle: https://wlos.com/

2 Gedanken zu “Die Welt trägt Mundschutz

  1. Wunderbarer Beitrag. Du hast total recht. Wie gekonnt du ein wirklich ernstes Thema behandelst und trotzdem einem ein Schmunzeln über das Gesicht läuft. Weiter so. 🙂

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