Musicals

In der Szene der hohen Künste wird ja über Musicals des öfteren die Nase gerümpft – gelten sie doch als seichte Unterhaltung, eine amerikanische Version der Operette, picksüß wie rosa Zuckerwatte. Entspricht nicht dem Zeitgeist, in dem Kunst ja eher was gilt, wenn sie verstört, wenn sie hohen Ansprüchen gerecht wird.  Mag auch alles sein.

Und ich liebe sie.

Die Musicals, die sind heute noch jene glitzernde und gänsehautmomentverursachende Traumwelt, in die ich flüchten oder mich entspannen kann – je nach Gemütsverfassung.

Im Theater hab ich unvergessliche Augenblicke erlebt, magische. Hab still für mich mitgesungen und mitgetanzt, gelacht,  hab Tränen vergossen, mit den Bühnenhelden mitgeliebt und mitgelitten – und in JEDEM Fall ging ich mit wunderbar leichter Seele  aus dem Haus – als hätt ich kurz als Alice das Wunderland betreten dürfen.

Musicals wollen immer irgendwie, dass alles gut wird. Gerade WEIL sie so sind, wie sie sind. Ich denke, das kann unsere Welt ganz gut gebrauchen.

Und wenn noch soviele wahnsinnig gebildete Kunstkenner es schlechtreden oder am liebsten gleich von der Bildfläche verschwinden lassen wollen – bei mir rennen sie gegen Mauern. Niemals würd ich den Moment eintauschen wollen, in dem ich im Theater bei einer herzergreifenden Ballade sitze, neben mir der Mensch, den ich liebe, und meine Hand liegt in seiner…

(Foto: H.K. 2017)

 

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