Buch: „Die eine, große Geschichte“

Es gibt so Bücher, in die fällt man hinein wie in ein weiches Daunenkissen. Die lösen nur Gutes, nur Wohlgefühl in einem aus. Als würde man Teil der Geschichte und vom Zauber der Worte getragen, die sowohl dem Protagonisten wie auch einem selbst Seelenheil bringen.
Das ganze garniert mit einer Wortmalerei wie ich sie selten gelesen habe. Schön wie ein Gemälde.

So ein Buch ist „Die eine, große Geschichte“ von Patricia Koelle, erschienen bei FISCHER E-Books. (Ronald Henss Verlag) 2012

Textproben gefällig?

„Ein Tag, an dessen Anfang man nicht wusste, wo man das Ende treffen würde, war für ihn so neu.“

„Und er mochte Zuckerwatte. Es faszinierte ihn, dass etwas, das in seiner Kinderhand so groß war, so leicht sein konnte, und dass, wenn er hineinbiss, fast nichts davon übrig blieb bis auf einen geheimnisvollen Geschmack, der schon wieder auf der Flucht war, eher er ihn ergründet hatte.“

„Unter der Fischen vermutete Kalle Piets Kinder. Es schmerzte ihn, dass die Zeit ihnen die Flossen nehmen würde. Aber vielleicht wurden ja Flügel daraus, mit deren Hilfe sie in einer anderen Geschichte landen konnten.“

„Später saß er vor seinem Zelt, kuschelte sich in die Dämmerung und versuchte, von der haltlosen Freude, die ihn ihm groß und glänzend wurde, nicht so leicht zu werden, dass er mit ihr vom Rand des Tages fiel.“

„Kalle musste wieder an ein Lächeln im Vorbeigleiten denken und an dunkle Haare, aus denen sich wahrscheinlich auch abends der Wind nicht kämmen ließ.“

„Macht man das nicht im Herbst?“ „Warum nicht Ende Februar? Wir könnten damit den Frühling aus dem Himmel angeln. Vielleicht beißt er an.“

„Wir machen uns nur oft zu klein für die große Geschichte: Wir denken darüber nach, wie wir aussehen und machen uns Sorgen, was die Nachbarn über uns tuscheln, was wir übermorgen essen werden und warum wir noch nie in Thailand waren. Dabei ist unsere Geschichte in Thailand auch nicht größer.“

(Foto: Heidi Kurcsis, 2008)

 

 

 

 

 

 

 

 

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