Gedankensplitter

Naturgärten

Nicht nur wir Menschen, auch andere Arten – egal ob Tiere oder Pflanzen – spüren die Folgen des Klimawandels. Da wird gut und gerne die Frage gestellt, was wir im Kleinen denn schon großartig machen können, wenn sich doch alle „Großen“ da draußen ihrer Verantwortung zu entziehen scheinen.

Ich denke, man kann eine Menge tun. Denn allein die Energie, die mit jeder noch so winzigen Aktion in die richtige Richtung einhergeht, löst weitere Schwingungen aus. Das kennt man vom sogenannten Schmetterlingseffekt – womit ich auch gleich beim Thema bin.
Diese wunderschönen Flügelwesen sind unglaubliche Geschöpfe, die erstaunliche Überlebensstrategien entwickelt haben.

Wusstest ihr, dass Raupen manchmal sogar zweimal überwintern und sie in dieser Zeit eine Art „Frostschutzmittel“ im Blut vor dem Tod bewahrt? Nicht jede Raupe wird zum wunderschönen Schmetterling, schätzt euch also glücklich, wenn ihr welche seht bzw. sie gar euren Garten bevölkern. Wenn sie sich bei euch wohlfühlen, spricht das für ein gesundes Stück Natur.
Die meisten Arten leben mit einer bestimmten Pflanze in Symbiose – was auch ihr Verhängnis sein kann. Stirbt diese eine Pflanze aus, stirbt mit ihr die Schmetterlingsart.
Durch die Klimaveränderungen und bestimmte Formen der Landwirtschaft wird den Insekten der Lebensraum entzogen. Zwar siedeln sich wegen der steigenden Temperaturen mittlerweile auch immer wieder Schmetterlingsarten bei uns an, die man früher nur aus Mittelmeerregionen kannte, doch ändert das nichts daran, dass einige den veränderten Bedingungen zum Opfer fallen. Es gibt Schmetterlinge, die bereits seit den 1970er Jahren aus Österreich verschwunden sind, und ich kann mir kaum vorstellen, dass der Rest für alle Zeit in Frieden seinem Treiben nachgehen kann.

Ohnehin haben Schmetterlinge eine enorm hohe Mortalitätsrate, da sie vor allem im Raupenstadium Vögeln und auch Säugetieren als Nahrungsquelle dienen. Vielleicht empfinden wir es deshalb jedes Mal als ein kleines Wunder, wenn uns einer begegnet. Die Begegnung hat einen ähnlichen Effekt wie ein Regenbogen – auch der ist uns vertraut und entlockt uns doch jedes Mal ein verzücktes Lächeln.

Wie jeder Art von Insekt wohnt den Schmetterlingen eine wichtige Rolle als Bestäuber inne. Aber nicht nur das fasziniert den Menschen, ranken sich doch auch mystische Legenden um sie. So wird gelegentlich behauptet, Schmetterlinge seien Boten verstorbener Seelen. Da ist man schnell mit im Boot: Ich kenne kaum jemanden, der je einen Schmetterling erschlagen hätte – ein Schicksal, das viele andere Insekten ereilt.

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich euch so viel über diese faszinierenden Wesen erzähle.
Nun, auch ich habe mich gefragt, was ich neben Veganismus, dem Umstellen auf ökologische Produkte im Haushalt, der Abwendung von Fast Fashion oder der bewussten Nutzung des Autos noch machen kann.

Wir haben ein kleines Stück Garten, wo mir eine erfreulich hohe Dichte an Insekten und eben auch an Schmetterlingen auffiel. Was anfangs reiner Bequemlichkeit entsprang – nämlich dass wir nicht die fleißigsten Gärtner sind, weder düngen noch „Unkraut“ entfernen oder sonst irgendeinen großen Aufwand betreiben – hat ein kleines Paradies für unsere geflügelten Freunde entstehen lassen.

Ein blütenreicher Garten ist eine wunderbare Lebensgrundlage: Ich habe verschiedene Blumen gepflanzt, den Rest macht meine Wiese, auf der sich momentan ein bunter Teppich aus Löwenzahn, Gänseblümchen, Veilchen und mir unbekannten Gewächsen ausbreitet. Unsere Beerensträucher dienen als Nahrungsquelle, ab und zu stehlen auch wir uns eine.
Natürlich pflegen wir den Garten, mähen, stutzen ihn ein wenig – aber wir kultivieren ihn nicht, machen keinen englischen Park daraus, um eine gewisse Ästhetik zu kreieren.
Wir haben den Garten an die abgegeben, denen er gehören sollte, und versuchen maximal, ihn ein wenig im Zaum zu halten sowie vor Überwucherung zu bewahren. Und wann immer unsere kleinen Freunde heranflattern und sich neben uns niederlassen, wissen wir auch, wofür. Das ist ein ganz besonderes Glück, das einem in manch geschniegeltem Garten vielleicht entgeht …

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest!
Da geht es doch um die Auferstehung – vielleicht in noch mehr Bewusstsein für unsere Mitbewohner, mit denen wir uns den Lebensraum teilen und auf die wir gut achtgeben sollten.i0p

4 Kommentare zu „Naturgärten

Hinterlasse eine Antwort zu Heidi Kurcsis Antwort abbrechen