Mit der Kosmetik hat es angefangen, nach und nach habe ich auf Naturprodukte umgestellt – mir und der Umwelt zuliebe. Nichts geht von heute auf morgen, damit überfordert man sich bloß. In weiterer Folge habe ich die Putzmittel auf ökologisch umgestellt, bzw. sie ganz weggelassen und mit reinem Wasserdampf und Essig gereinigt.
Mein persönlicher großer „Brocken“ aber war die Mode. Wie so viele Menschen habe ich das Luxusproblem, einen (über)vollen Kasten zu haben und trotzdem nie die richtigen Klamotten zu finden, die dem Anlass entsprechen. Man zieht schließlich sowieso wieder die Lieblingsteile an.
Es begegnete mir immer wieder das Wort „Fair Fashion“, Nachhaltigkeit in der Mode. Gar nicht so einfach. Als erstes bedeutet es nämlich, eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen. Wie viele „Fähnchen“ um 9 Euro hat man gekauft, weil sie gerade „in“ waren und eben günstig, wohl wissend, dass sie nach einer Saison eine Schrankleiche werden würden? Dafür aber in Indien, China oder sonst wo jemand Frondienst in Fabriken inmitten chemikalischer Dämpfe zu niedrigsten Löhnen leisten musste, um mein Konsumverhalten zu bedienen. Im schlimmsten Fall Kinder.
Auch hier kann man nur Step by Step beginnen. Alles erst einmal raus aus dem Kasten und auf einen Haufen geworfen, damit man überhaupt vor Augen hat, was man alles besitzt. Dann nimmt man jedes Teil in die Hand und fühlt, ob es einen glücklich macht – oder eben nicht. Und dann weg damit, keine Ausreden, das bleibt fix eine Schrankleiche.
Erinnerungen sollte man nicht an Kleidungsstücke knüpfen, die hat man im Herzen.
Der weitere Schritt kann eine Typ- und Farbberatung sein: Wer ist man, was steht einem, welche Farben sind die persönlichen, worin fühlt man sich wohl und nicht verkleidet?
Es geht nicht darum, tausend Einzelstücke zu kaufen, zu denen wiederum eine passende Hose oder eine Tasche hermuss, sondern eine Garderobe aus seinen persönlichen Basisteilen zusammenzustellen, die untereinander kombinierbar sind. Seid kreativ, das wird Spaß machen und euren Schrank entlasten.
Auch ich habe vorerst mal begonnen, mich einzulesen, im Netz zu recherchieren, wo man fair produzierte Mode in Bio-Qualität kaufen kann. Natürlich ist sie kostspieliger als die Billigshirts, aber auch ohne die ganze Chemie drinnen, die wir ja schließlich auch auf der Haut tragen. Durch den gehobenen Preis kauft man weniger und überlegter, was den Nachhaltigkeitsgedanken unterstützt.
Die Giganten unter der Fast Fashion wie z.B. der schwedische Riese H&M sind zwar noch weit entfernt vom Ideal, aber auch ich kaufe dort gern ein, denn inzwischen führen auch sie Teile aus Bio-Baumwolle und Lyocell, die unter dem Namen „Concsious““ laufen und gute Basics wie auch Trendteile anbieten. In den H&M-Filialen kann man auch seine Altkleider abgeben, aus denen neue Klamotten recycelt werden. Dafür erhält man einen 15 % Gutschein auf den nächsten Einkauf. Für die Riesenkonzerne ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn nach wie vor sind die Produktionen nicht einwandfrei, aber es geht zumindest mal in eine gute Richtung.
Meine absolute Kaufempfehlung ohne Einwände gebe ich dem Onlineshop https://www.hessnatur.com/at/.
Mode kann Spaß machen und das soll sie auch. Aber sich ein bisschen Gedanken darüber zu machen, danach mit leichterem Gepäck zu reisen und zu wissen, was man anzieht, macht es vielleicht noch ein Stück weit schöner …
