Fair Fashion

Mit der Kosmetik hab ich angefangen, meine Lebensweise zu überdenken und zugunsten der Umwelt, aber natürlich auch mir selber, langsam umzustellen. Nichts geht von heute auf morgen, das muss uns allen klar sein, damit überfordert man sich nur. In weiterer Folge hab ich die Putzmittel auf ökologisch umgestellt, bzw sie ganz weggelassen und mit reinem Wasserdampf gereinigt. Die Ernährung, ein schon weit schwierigerer Punkt, da muss man oft ganze Herden von inneren Schweinehunden überwinden, vor allem, wenn man noch unter Zeitstress steht. Sich dann noch in die Küche zu stellen und cleane Nahrungsmittel zuzubereiten, das kostet schon manchmal Überwindung, lohnt sich aber.

Mein persönlicher großer Brocken war aber die Mode. Wie jede Frau habe ich das Luxusproblem, einen (über)vollen Kasten zu haben und dann nie die richtigen Klamotten zu finden, die zum Anlass passen. Und dann zieht man sowieso immer die gleichen Lieblingsteile an. Es begegnete mir in den letzten Wochen immer wieder, das Wort „FAIR FASHION“, Nachhaltigkeit in der Mode. Gar nicht einfach. Als erstes bedeutet es nämlich, mal eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen. Wieviele Fähnchen um 9 Euro hat man gekauft, weil sie grad „in“ waren und halt so günstig, wohlwissend, dass sie nach einer Saison eine Schrankleiche werden? Dafür aber in Indien, China oder sonstwo jemand Frondienst in chemikalischen Dämpfen zu Niedrigstlöhnen leisten musste, um mein Kosumverhalten zu bedienen. Im schlimmsten Fall Kinder.

Auch hier kann man nur Step by Step beginnen. Marie Kondo, DIE weltweit gehypte „Aufräumerin“ momentan, bekannt aus ihren Bestsellern und der eigenen Serie auf Netflix, machts vor, wies geht. Alles mal raus aus dem Kasten und auf einen Haufen geworfen, damit man überhaupt einmal sieht, was man alles (unnötiges?) besitzt. Dann nimmt man jedes Teil in die Hand und fühlt, ob es einen glücklich macht, oder eben nicht. Und dann weg damit, keine Ausreden, bleibt fix eine Schrankleiche. Erinnerungen sollte man nicht an Kleidungsstücke knüpfen, die trägt man im Herzen.

Der weitere Schritt kann eine Typ- und Farbberatung sein, wer ist man, was steht einem, welche Farben sind die persönlichen, worin fühlt man sich wohl und chic und nicht verkleidet? Nicht den anderen gefallen wollen, sich selbst, denn was man mit Stolz und authentisch trägt, darin gefällt man von ganz alleine…danach sucht man schon viel bewusster aus. Wie bei der Ernährung, jeder findet heraus, was ihm guttut, und der Rest wird weggelassen.

Es geht nicht darum, tausend Einzelstücke zu kaufen, zu denen dann eine passende Hose oder die passende Tasche fehlt, sondern eine Garderobe aus seinen persönlichen Basics zu gestalten, die untereinander auf viele verschiedene Arten kombinierbar sind. Seid kreativ, es wird euren Kasten um 2/3 entleeren.

Auch ich habe vorerst mal begonnen, mich einzulesen, im Netz zu recherchieren, wo man fair produzierte Mode in Bio-Qualität kaufen kann. Natürlich ist sie kostspieliger als die Billigshirts, aber auch ohne die ganze Chemie drinnen, die wir ja schließlich auch auf der Haut tragen, und durch den gehobeneren Preis kauft man sicher weniger und überlegter, was den Nachhaltigkeitsgedanken unterstützt. Ich habe mal mit den wichtigsten Basics begonnen, Jeans und Sneakers.

Zwei Onlineshops aus Österreich (Stichwort: Lieferwege!) kann ich im Vorfeld empfehlen: https://www.hessnatur.com/at/ und für Sneakers:  https://www.avocadostore.at/brands/veja  Veja hält an Beliebtheit mittlerweile mit Adidas und Nike locker mit.

Die Giganten unter der Fast Fashion wie zB der schwedische Riese H&M sind zwar noch weit entfernt vom Ideal, aber auch ich kaufe dort gern ein, denn inzwischen führen sie auch Teile aus Bio Baumwolle und Lyocell, die unter dem Namen „CONSCIOUS“ laufen und gute Basics wie auch Trendteile anbieten. In die H&M Filialen kann man auch seine Altkleider hinbringen, aus denen neue Klamotten recycelt werden, dafür erhält man einen 15% Gutschein auf den nächsten Einkauf. Für die Riesenkonzerne ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn nachwievor sind die Produktionen nicht einwandfrei, aber es geht zumindest mal in eine gute Richtung.

Mode kann Spaß machen, immer, und soll sie auch. Aber sich ein bisschen darüber Gedanken zu machen, danach mit leichterem Gepäck zu reisen und zu wissen, was man anzieht, machts vielleicht noch ein Stück weit schöner…

(Foto: Karton aus dem Onlineshop hessnatur.com. Alles aus Altpapier, die Jeans waren in kein Plastik verpackt und nicht den Hauch von einem chemischen Geruch darin)

 

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