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Steven Spielberg: Die Dinosaurier

Würde ich eine Serienempfehlung für Steven Spielbergs „Die Dinosaurier“ abgeben?
Jein.
Über drei Jahrzehnte nach „Jurassic Park“ widmet sich der Regisseur wieder einmal seinem – man kann sich des Eindrucks nicht erwehren – Lieblingsthema. Im Laufe der vierteiligen Miniserie verstärkt sich diese Wahrnehmung noch. Natürlich generieren Netflix und Spielberg damit Aufmerksamkeit, selbst wenn er sich diesmal nur als Produzent einbringt, denn schon der Trailer ging viral. Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, und die Bilder sind zugegeben stellenweise wirklich eindrucksvoll.
Für mich waren es vor allem die Naturaufnahmen aus dieser Zeit, mehr noch als die Animationen der Riesenechsen, konnte Spielberg doch die Macher der preisgekrönten Serie „Unser Planet“ für sein Projekt gewinnen. Morgan Freeman als charismatischer Erzähler ist wie geschaffen für den nötigen Pathos, und seine deutsche Stimme steht dem in nichts nach: Erzählt wird nahezu in Thrillermanier, was sich im Laufe der Dokumentation jedoch ein wenig inflationär und dadurch vorhersehbar entwickelt.

Warum also hatte ich das Bedürfnis, darüber zu schreiben und zumindest eine kleine Empfehlung abzugeben? Wegen des Endes. Die letzten Minuten der finalen Folge gehen wirklich unter die Haut, haben mich sogar zu Tränen gerührt. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, es hatte etwas von Demut und zugleich Majestätischem.
Zum anderen wurde mir bewusst, wie fragil unsere Lebensgrundlage hier auf der Erde ist. Wenn man all die Klimaphänomene im Laufe von Millionen von Jahren so komprimiert beobachten kann, kommt es einem wie ein Glücksfall vor, in welch klimatisch „ruhigen“ Zeiten wir gerade leben. Noch.
Im Laufe der Zeit haben gigantische Vulkanausbrüche, jahrelang andauernde Regenfälle, Stürme und andere Wetterkatastrophen unzählige Arten einfach ausgelöscht. Vom Erdboden getilgt, die Erde brach und nackt daliegen lassen. Und immer wieder entstand daraus neues Leben.

In diesen Augenblicken konnte ich nicht fassen, wie nebensächlich, ja, fast abwertend mit dem Thema Klimawandel umgegangen wird. Der Größenwahn des Menschen scheint so gigantisch zu sein, dass er sich einbildet, dass ihm nichts etwas anhaben kann. Dass all diese klimatischen Sensationen „ja im Laufe der Zeit immer wieder mal vorkamen und bestimmt nicht so schlimm wären, wie behauptet wird.“ Dass er noch Millionen Jahre Zeit hat, sein Unwesen auf Erden zu treiben. Hat er aber nicht. Denn mittlerweile geht es nicht mehr darum, den Klimawandel aufzuhalten – diesen Zeitpunkt haben wir längst verpasst.
Heute müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir damit umgehen, wenn wir die ersten wirklich herausfordernden Auswirkungen erleben werden. Eine Klimakrise gilt bei einigen plötzlich als deutlich unwahrscheinlicher, weil es immer wieder einmal auch Fortschritte oder kleine Erfolge zu vermelden gibt – und manche machen daraus eine Entwarnung. Wie so oft entsteht bei Menschen rasch der Eindruck, dass, wenn Prävention funktioniert, die Gefahr wahrscheinlich nie real war. Das ist jedoch ein Trugschluss. Die Lage bleibt laut Wissenschaft alarmierend genug und von Entwarnung kann nicht die Rede sein.

Aber lasst uns zurück zu den Dinos kommen.
Ein Asteroid, der mit etwa zehn Kilometern Durchmesser ins Meer einschlug, läutete das Ende der Dinosaurier ein. Mit der Energie einer gigantischen Anzahl an Atombomben wurde alles Leben im Umkreis von 1500 Kilometern sofort ausgelöscht.
Sind diese Riesen also für immer weg, so, als hätte es sie nie gegeben? Hinterlässt eine ausgestorbene Art einen Fußabdruck, existiert sie in irgendeiner Form weiter? Spontan würden die meisten von uns sagen: Nein, die Dinosaurier nicht. Die sind weg. Dann schaut euch aber einmal die Vögel und vor allem die Hühner genauer an – erst recht, wenn sie blinzeln. 😉

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