Mögt ihr lieber „richtige“ Bücher oder bevorzugt ihr E-Books auf einem elektronischen Reader? Ich erahne das Ergebnis einer solchen Umfrage. 😉
Lange Zeit habe ich mich mit Händen und Füßen gewehrt, digitale Inhalte zu meiner Unterhaltung oder Weiterbildung zu lesen – es kam mir wie ein Verrat an den Büchern vor. In physischer Form sehen sie schlicht schöner aus, fühlen sich hochwertiger an und riechen nach Holz, nach Baum – natürlich eben.
Das E-Book hingegen war ein Produkt der neuen Zeit für diejenigen, die sich der Technik ergeben.
Eines Tages jedoch brachte eine Patientin einen solchen Reader zu ihrem Termin mit. Sie war eine Flugbegleiterin, die mir erzählte, nun weniger zu schleppen zu haben, wenn sie Langstreckenflüge bestreiten musste. Immerhin konnte man dieses Leichtgewicht mit einem Finger hochstemmen. Ihre Argumentation leuchtete mir ein und ich fragte, ob sie mich denn mal gucken (soll heißen: ein wenig an den Knöpfen herumdrücken) ließe.
Vielleicht habe ich meine Technikaffinität unterschätzt, aber ich mochte das zierliche Ding auf Anhieb.
Eine Weile haderte ich mit mir selbst. Ich wagte es nicht, den Blick auf meine Bücherregale zu werfen – zu groß erschien mir der Verrat an der Kunst, dem Werk und der Nostalgie. Aber dann schlug ich zu.
Anfangs beruhigte ich mich. Immerhin las ich ja nur Romane darauf, die man selten ein zweites Mal in die Hand nimmt. Fach- oder Sachbücher würde ich weiterhin als gebundenes Exemplar kaufen. So könnte ich eine gewisse Lesewürde bewahren. 😉
Doch bald bemerkte ich einen weiteren Vorteil. Ich musste mich nicht mehr mit dem Gedanken an den Anbau eines weiteren Raumes auseinandersetzen, um Regale samt deren Inhalt unterzubringen. Das Fehlen von Papier könnte sich obendrein ressourcenschonend auf den Baumbestand auswirken. Weil ich darüber nicht ausreichend informiert bin, will ich mich diesbezüglich jedoch nicht festlegen.
In den letzten beiden Jahren hatte ich gesundheitliche Probleme mit den Augen. In dieser Zeit hat man mir vor allem geraten, das Lesen zu unterlassen, weil die raschen Links-Rechtsbewegungen währenddessen besonders belastend auf das Sehorgan wirken. Nach der Genesung wurde diese Empfehlung Gott sei Dank wieder aufgehoben, aber anstrengender ist das Lesen dennoch geworden – zumindest, wenn es um klassische Bücher geht.
Anders verhält sich das bei meinem E-Reader. Hier ist das Lesefeld kleiner und ich kann Kontraste, Helligkeit sowie Schriftgröße und -art einstellen, wie es bequem für mein Auge ist.
Erst fühlte es sich seltsam an, nach Abschied – nach einer Schwäche?
Nein. Diese Gedanken verwarf ich.
Ich fällte leichten Herzens die Entscheidung, mir meine Bücher ab jetzt in digitaler Form zu kaufen und auch schenken zu lassen. Mein kleiner E-Book-Reader und ich sind Freunde geworden und es hat bislang nicht ein einziges Mal der Magie eines Werkes geschadet, es nicht in gedruckter Form zu erleben – ganz gleich wie zauberhaft die erzählte Geschichte auch gewesen ist.
Und an den Geruch kann ich mich erinnern, also alles gut.


Einen Reader hatte ich noch keinen in der Hand, ich bevorzuge da doch lieber das „richtige“ Buch. Ich baue beim Lesen so eine Art „Beziehung“ auf mit dem Buch, da ist mir auch die Haptik sehr wichtig, der Geruch, schreibe da mitunter auch Notizen rein, unterstreiche und vieles mehr. Ich mag meine Bücher auch ungern verborgen, kaufe da lieber gleich ein Neues als Geschenk. 😉
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Mit meinen Printbüchern geht es mir auch so. Die sind wie meine Babys, ich mag da keine Fremdenergie darauf haben. 😉
Die würde ich auch nicht weggeben, ich liebe es, sie in den Regalen anzuschauen, in die Hand zu nehmen. 🙂
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;-smile
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🙂
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Ich habe den Reader vor allem aus Kostengründen: die Print-Version einer von mir abonnierten Zeitschrift kostet drei mal so viel, wie die digitale. Ansonsten wie immer: kein vs. sondern Vielfalt, also beides.
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Das stimmt allerdings, der Preis spielt natürlich auch eine Rolle. Die digitalen Inhalte sind auf jeden Fall billiger. Bei mir waren es vor allem auch die Augenprobleme, die die Waage kippen ließen.
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Hallo Heidi,
ich habe es vor zwei Jahren mit einem Reader versucht, aber wir sind keine Freunde geworden. Also habe ich ihn wieder abgeschafft 🙂
Klar, der Reader hat den Vorteil sich eben nicht damit beschäftigen zu müssen Räume anzubauen 🙂 oder neue Regale. Aber ich habe entschieden, dass die Nachteile überwiegen. Und der für mich größte Nachteil ist, dass ein Reader sich weder wie ein echtes Buch anfühlt noch so riecht.
Und was die Anzahl der Bücher angeht- ich behalte nur noch die Bücher, bei denen ich sicher bin diese ein zweites Mal zu lesen. Ansonsten kaufe ich viele Bücher auf dem Flohmarkt und verkaufe sie dann weiter oder stelle sie in einen öffentlichen Buchschrank.
Ganz liebe Grüße
Anja
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Liebe Anja,
das finde ich großartig, wie du mit den Printbüchern verfährst, einfach weitergeben. Das habe ich leider nie übers Herz gebracht! 😉
Viel Spaß beim Lesen! Liebe Grüße
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Bislang ist mir noch kein Reader ins Haus gekommen und das wird sich wohl auch nicht ändern. 🙂
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So soll es sein! 😉 Alles Liebe!
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Danke und zurück! 🙂
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Hallo Heid,
ein sehr interessanter Artikel über das „Einschleichen“ der Technik. auch ich besitze einen E-Book-Reader und benutze beides: Bücher zuhause und den Reader unterwegs. Er ist halt sehr praktisch. Schade finde ich es dennoch.
Einen schönen Sonntag und viele Grüße
Erika Magdalena
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So war das auch bei mir zu Beginn, bis es langsam mehr wurde. 😉 Hab einen guten Wochenstart und alles Gute!
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