Darf man dem Leben noch vertrauen?

Manchmal kann man direkt Angst vor dem Leben kriegen.

Was auch immer gerade für Energien um sich greifen: aber da wütet eine anscheinend nicht endenwollende Pandemie, zumindest wenn man sich ausschließlich an die Meinungsbildung von Medien und Statistiken hält. In der Hauptstadt wurde wild um sich geschossen, und unschuldige Menschen verloren aufgrund einer völlig fehlgeleiteten Psyche ihr Leben. Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze und finanzielle Grundversorgung, die Zukunft unserer jungen Generation scheint ungewiss. Als wäre das alles nicht genug, kommen dazu persönliche Geschichten und Lebensdramen.

Wie soll man zu all dem stehen, welche Gedanken und Gefühle darf man dazu haben? Man spürt das ängstliche und labile Pendeln der kollektiven Weltenseele zwischen den Polen, hin – und hergerissen zwischen Vernunft und Gefühl, Zweifel und Zuversicht.

Manchmal macht mich das sprachlos. Vor allem, wenn man mich aus der Hüfte heraus nach meiner Meinung fragt. Ich schwanke zwischen dem, was ich sagen will (soll?) und dem, was mein Bauch dann oft dagegen ruft. Soll man sagen, was für ein Gefühl man hat? Soll man lieber schweigen? Sich distanzieren und sagen: das hat nichts mit meiner eigenen Lebensgeschichte zu tun? Die Gratwanderung wagen zwischen Beistand und gesunder Distanz? Ratschläge erteilen, an die man sich selbst nie im Leben halten würde? Gar zurechtweisen, man selber aber nicht anders gehandelt hätte?

Und die größter aller Frage, die sich wahrscheinlich jeder Mensch in diesen Tagen stellt: Darf ich das Leben noch genießen, ja darf ich mich gar glücklich fühlen? Darf man den Leben noch VERTRAUEN?

Dann sage ich: Ja! Ja! Ja!

Man darf nicht, man MUSS. Ich halte es für unsere Pflicht, dass wir für unser persönliches Glück sorgen. Viele Glücksforscher und Menschen, die sich professionell mit dieser Materie befassen, sind der gleichen Meinung, dass ein Mensch, der Selbstfürsorge und Glückshygiene betreibt, indem er die richtigen Ziele hat und nicht falschen hinterherläuft, einen größeren Beitrag, wenn nicht sogar den allerwichtigsten, leistet, dem Planeten Gutes zu tun. Ich weiß, das klingt ketzerisch und stammt nicht von mir, aber vom Gefühl her stelle ich mich dahinter: er tut mehr als jeder Klimaaktivist oder Menschenrechtsdemonstrant, der aus Wut und Aggression handelt. Ich will das so im Raum stehen lassen, denn ich bin sicher, es fällt dadurch auf fruchtbaren Boden bei meinen Lesern, was genau ich damit meine. Denn ihr werdet mir rechtgeben, dass zufriedene, glückliche und in sich ruhende Menschen keine destruktiven Handlungen setzen, in welche Richtung auch immer.


Seid dankbar und froh, wenn ihr gesund seid, wenn ihr eure Lieben um euch habt, wenn ihr einer Arbeit nachgehen könnt, wenn euer Lieblingsfilm im Fernsehen läuft und ihr euch auf das Abendessen freut. Wenn überschäumende Glücksmomente einfach aus dem Inneren aufsteigen, ohne dass ein Außen dafür verantortlich war, badet darin und strahlt es auf die Welt ab. GERADE in Zeiten, die sich nicht als die schillerndsten hervortun.

Als ich diesen Gedanken verinnerlicht hatte, da merkte ich, dass die Wellen, die von außen heftig an meinem kleinen Boot namens Vertrauen gezerrt hatten, mich nicht mehr in die Tiefe zogen, sondern mich auf stillem Wasser weitergleiten ließen…

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