Jag älskar Sverige

Ich habe eine heimliche Liebe – und die heißt Schweden.

Was nicht bedeutet, dass ich mein ganzes Haus in Ikea eingerichtet habe oder nur Tshirts in blau-gelb trage – obwohl, meine weiße „Malm“ – Liegestatt trägt schon seit Jahren den Beinamen  „Zauberbett“. Ich mag, dass Stockholm wie eine Insel mit kosmopolitischem Flair aussieht,  wie Schwedens Inseln sowieso atemberaubend sind. Pippi Langstrumpf war meine erste beste Freundin, und bei den „Kindern aus Bullerbü“ wäre ich als Zehnjährige am liebsten eingezogen. Gibts jemanden, der keine Platten oder CDs von irgendeinem schwedischen Musikwunder hat? Von Abba über Roxette bis zu Avicii? Ich mag den nordischen Chic der Menschen, der skandinavische Einrichtungsstil prägt nach und nach auch meine Wohnräume. Viel in weiß, kaum Farben, clean und keinesfalls überladen. Und hey, die haben die Polarlichter, auf meiner imaginären Bucketlist sicher unter den ersten drei Plätzen.

Die Schweden haben einen Ausdruck, für den es kein deutsches Pendant gibt, der mir aber in seinem Sinn wahnsinnig gut gefällt. LAGOM.

„Lagom“ bedeutet ungefähr soviel wie: „gerade richtig“, nicht zuviel und nicht zuwenig. Die Schweden haben das zum Lifestyle erhoben, ob in Mode, Wohnen oder einfach in der Art zu leben.

Die gesunde Mitte, nach der wir uns alle sehnen, die Zufriedenheit gibt, Stabilität, von der aus Höhen und Tiefen möglich sind. Was dauerhaft überladen daherkommt, kann den Menschen nur übersättigen, was zu karg ist, wird ihn hohl machen. Man hat kein Völlegefühl, wenn man nicht schlingt. Kein Kater schnurrt zu laut am nächsten Morgen, wenn beim richtigen Glas Schluss ist. Liebende freuen sich wieder aufeinander, wenn sie sich dazwischen auch mal fern sind. Coco Chanel, deren Fan ich bin, hat den Models, damit sie gut ausschauen, immer noch etwas vom Outfit weggenommen, niemals hinzugefügt. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Genau richtig. Sie konnte das auch. Zuviel Schminke macht einen Clown aus einem, dezent betont sie Vorzüge, und Augen strahlen plötzlich.

Wie wärs mit ein wenig „LAGOM“ in der Adventszeit? Nicht zuviel Kekse und Punsch, dafür ein wenig mehr Gefühl für die Mitmenschen? Es muss keine Beleuchtung sein, mit der man einer ganzen Kleinstadt den Strom wegnimmt – brennt jedoch nicht einmal eine einsame Kerze im Wohnzimmer, wirds kalt ums Herz. Kinder mit Geschenken zuzuballern macht sie zu unkritischen Konsumenten, jedoch gar keine Geschenkkultur zu haben ist stillos.
Schenken und Geben macht Freude, aber auch annehmen muss man gut können. Ich hoffe, ihr habt alle eine Vorweihnachtszeit im Stil von „Lagom“.

God Jul!

(Bildquelle: https://www.auslandslust.de, Scanrail1 / Shutterstock.com/)

 

 

2 Gedanken zu “Jag älskar Sverige

  1. Was für ein schöner und angenehm fröhlicher Text. Da hat man gleich Lust seine große Liebe zu schnappen und ab nach SCHWEDEN.
    Ja die Schweden wissen es mit Stil zu leben.
    Und……der Alkohol ist dort auch nicht so wichtig wie in anderen Ländern.
    LAGOM halt.
    GLG

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