„Her“ Filmtipp

„Her“ ist ein Film aus dem Jahr 2013 mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle und Scarlett Johansson als Computerstimme „Samantha“.

Im Los Angeles der Zukunft lebt der hochsensible Theodor, der nach seiner Scheidung eher ungern seine Wohnung verlässt. Er schreibt auf Auftrag gefühlvolle Briefe für Menschen, dazu verbringt er die meiste Zeit an seinem Computer. Er installiert sein neues Operation System und macht Bekanntschaft mit Samantha, einer sanften Frauenstimme, die sich fortan mit ihm unterhält und ihm alle seine (elektronischen) Wünsche erfüllt. Die beiden verlieben sich schließlich ineinander – kann das funktionieren – ein Mensch und eine Maschine? Der Film transportiert das Thema in einer nahezu entrückten Stimmung, er ist reine Poesie.

Die Faszination an künstlicher Intelligenz besteht schon lange. 2013 ist erst 5 Jahre her, und heute ist es normal, mit „Alexa“ und „Siri“ zu kommunizieren. Ich will nicht wissen, in wievielen Menschen sie Zuneigung erwecken. So ein elektronischer Partner ist natürlich auch sehr kompatibel mit unseren Befindlichkeiten, er ist da, wenn WIR das wollen und bestimmen und auch wieder weg. Er übt keine ständigen Reize aus, wie Menschen das tun, er agiert nicht, sondern reagiert nur, hat selbst keine Wünsche und auch keine Kritikpunkte. Genau das macht ihn aber auch zum Roboter. Menscheln geht anders.

Wenn artfremde Wesen sich uns annähern und mit uns sozialisieren, sind wir entzückt. Menschen, die von herzlichen Begegnungen mit Menschenaffen oder Delphinen berichten, haben ein beneidenswertes Leuchten in den Augen. Dann die ewige Neugier (Sehnsucht?) nach weiterem Leben im All – Stichwort Ufos, Aliens? Künstliche Intelligenzen scheinen uns daran zu erinnern. Da der Mensch ein soziales Wesen ist, will er Verbindung herstellen, auch zu KI.

Dann natürlich ist da der Gedanke, etwas Großes zu erschaffen, Roboter, die Menschen immer ähnlicher werden, spielt unsere Spezies nicht schon immer gerne Gott? Dabei sollte sie aber aufpassen, dass die Erschaffung den Schöpfer eines Tages an Möglichkeiten nicht überholt, dazu hätte ich einen weiteren Filmtipp, „Ex Machina“. (aber Vorsicht: dieses etwas verstörende, aber brilliant inszenierte Kammerspiel könnte einem Siri und Alexa plötzlich ein wenig unheimlich werden lassen…)

(Foto: H.K. 2008)

 

 

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